Läuft jemand Amok, dann haben zumeist viele Leute versagt. Besonders bei „Schulmassakern“ sind „Schuldige“ schnell gefunden. Lehrer, Mitschüler, Eltern und andere nahe Personen scheinen oberflächlich den Amokläufer zu solch einer Tat bewogen haben. Obwohl man dies in den Medien nie ausspricht, denn den „einen“ Grund findet man eben nicht so schnell und noch lebende Personen zu beschuldigen ist nie die feine englische Art, haben die Medien schnell Schuldige. Dabei sind es aber nie Personen, sondern immer Dinge. Mal die Heavy Metal Musik, dann die Gruselfilme und seit einigen Jahren die Computerspiele.

Da man bei solchen Geschichten immer schnell eine Story veröffentlichen muss, muss man schnell Fakten finden. Am besten gleich den Schuldigen. Aber was macht man, wenn man keinen Schuldigen findet? In Deutschland würden viele Medien Vermutungen anstellen. Die Washing Post ist da schon weiter – man sagt einfach der Täter würde Counter-Strike spielen. Ob das stimmt? Beim Erstellen der Story war das vermutlich egal. Was aber machen, wenn dies nun nicht stimmt? Zumindest die Printausgabe ging mit dem Fehler an die Kioske der Stadt, aber die Online-Ausgabe wird einfach modifiziert. Erst entfernt man die Passage, dann wird gleich der ganze Artikel verschoben und man kommt auf einen neuen Artikel. Wird mit einem Satz erwähnt, dass man zuvor einer Ente aufgesessen ist? Nein.

In Amerika hat ein Zimmerkollege des Täters im TV mittlerweile mit einem „Yeah I never ever saw him play a video game. Ever.“ die Spekulationen um ein Videospiele beseitigt. Herrn Pfeiffer macht das übrigens nichts: er wettert weiterhin in Sendungen zu dem Thema Amokläufe gegen Spiele.