Vor einigen Tagen kreiste eine Meldung durchs Netz unter anderem PC-Welt), dass das Fernsehen genau mich sucht. So zumindest las sich die „Stellenanzeige“. Man hat jemanden gesucht, der Spaß am Computer und der Technik hat („hier!“), dessen Klamotten nicht die Schönsten sind („Hier!“), der zwischen 26 und 35 ist („HIER!“) und dessen Frisur und Freitagebart (der 7 Tage Bart) aufpoliert werden können („HIIIIIIEEER!“). Schnell eine Bewerbung geschrieben, ein aktuelles und schönes Foto beigelegt und schnell abgeschickt.

Natürlich fragte ich mich schon, warum man einen Nerd, Geek oder Freak für das Fernsehen braucht? Die haben da doch schon genug! Die Befürchtung, dass die einen Idioten suchen, den sie vorführen können und bei dem jeder Zuschauer denkt „der Arme“ war da, aber dieser Herausforderung würde ich mich mehr als gerne stellen.

War es doch die Möglichkeit mich und meine Hobbies im Fernsehen zu präsentieren. Besonders für videospiele.com, das ich ja explizit angegeben habe, habe ich mir einen Boom erwartet. Zudem hätte ich sicherlich über mein Lieblingsthema – den SC Preußen Münster – berichten können (obwohl das sicherlich passende herausgeschnitten worden wäre).

Gestern früh erreichte mich dann ein Anruf. Am anderen Ende war eine nette junge Dame und der Zufall wollte es so, dass es genau diese war, die auch den Aufruf in der PC Welt verfasst hatte. Zuerst fragte mit die junge Dame, ob ich nach München zu einem Casting kommen würde. „Aber natürlich!“ – alles andere wäre auch doof von mir gewesen. Wie ich schon erhofft hatte, war meine Bewerbung gut angekommen. Ich solle mich natürlich nicht vor dem Casting rasieren oder stylen – naja, das sollte kein Problem sein.

Bevor aber alles in trockenen Tücher sein würde, wolle man noch etwas miteinander reden. So wollte man wissen, was so Geekig, Freakig oder Nerdig an mir wäre. Nun ja, ich erwähnte erneut, dass ich unter anderem jede mögliche und unmögliche Spielkonsole habe, ich eine alt eingesessene Webseite betreibe und in vielen Wochen auch mal gerne zwei Fußball Spiele am Platz ansehen würde. Scheinbar war das noch nicht „schlimm“ genug und daher fragte man mich, was noch an mir „anders“ wäre. „Spielen sie Yu-Gi-Oh“, „Rollenspiele? Online?“, „sind es mehr als 12 Stunden am PC pro Tag“ … Hmpf. Ich erwähnte nochmal, dass ich auf jeden Fall übelst „aussehe“ und meine Freundin sich über ein neues Styling freuen würde.

Jetzt war der Keks geknabbert! „Freundin?“ …. man war etwas erstaunt – dabei hatte ich das genau so in die Bewerbung geschrieben. Extra nicht die Formulierung „eine Freundin“ gewählt – es stand da schlicht und einfach „meine Freundin“. „Eigentlich suchen wir jemanden den wir mit besseren Styling und unseren Tipps besser an die Außenwelt anbinden können“. Hö? Warum schreibt man das bei der PC-Welt nicht so? Ich bin leider kein Kellerkind und soziale Kontakte pflege ich auch „draußen“ und nicht nur über das Internet.

Scheinbar sucht man bei der Produktion den „typischen“ Computer Hardcore Nutzer. Nur …. wird sich dieser Klischee behaftete Mensch bei einer Sendung melden, die ihn vielleicht mehr schadet als nutzt?

Schade. Ich wäre sicherlich eine Bereicherung für das Fernsehen geworden ;)